Welche Karten kannst du flashen?
Der LSI SAS 9211-8i selbst lässt sich direkt flashen. Sehr verbreitet im Homelab sind außerdem baugleiche OEM-Varianten: der Dell PERC H310 und der IBM M1015 (auch unter ServeRAID M1015) sind technisch derselbe Controller, nur mit Hersteller-Firmware. Auch der Fujitsu D2607 fällt in diese Familie. Alle diese Karten lassen sich mit der LSI-IT-Firmware (häufig P20) zum reinen HBA umflashen. Wichtig vor dem Kauf: prüfe per Foto die Aufschrift auf dem Chip (LSI SAS 2008) und in der Beschreibung, ob die Karte schon „“ / „“ ist – dann sparst du dir den Aufwand komplett. Viele eBay-Verkäufer bieten beide Varianten.
Was du vorab brauchst
Du brauchst einen Rechner oder Server, in dem du die Karte zum Flashen einbauen kannst (Desktop-Mainboard mit PCIe x8 reicht), einen USB-Stick (FAT32, möglichst klein), die LSI-Firmware-Files (sas2flsh.efi für UEFI bzw. sas2flsh.exe / megarec.exe für DOS) und die IT-Mode-Firmware in der gewünschten Version – für reine ZFS/TrueNAS-Nutzung ist die P20-Firmware die übliche Wahl, weil sie stabil und gut getestet ist. Außerdem solltest du die SAS-Adresse der Karte vorher notieren (Aufkleber auf der Karte oder per sas2flsh -listall auslesen) – die brauchst du, falls sie beim Flashen verloren geht. Stell sicher, dass deine Plattform UEFI booten kann; reine DOS-Wege gehen auf modernen Boards oft nicht mehr.
Schritt 1: Karte vorbereiten
Bau die Karte in einen normalen PCIe-Slot ein und boote ins UEFI-Shell vom USB-Stick. Lass am besten keine Platten an der Karte hängen, das vermeidet Probleme beim Erkennen. Erstmal mit „“ prüfen, dass die Karte erkannt wird – siehst du sie hier nicht, ist entweder der PCIe-Slot zu eng (manche Boards liefern x4-elektrisch im x8-Slot, das geht meist trotzdem) oder es ist eine falsch beworbene Karte. Mit „“ siehst du die aktuelle Firmware-Version. SAS-Adresse notieren („“), falls noch nicht geschehen.
Schritt 2: Erase + Flashen
Erst die vorhandene Firmware löschen: bei Dell H310 zwingend per „“ und „“, weil sonst die Dell-Signatur das LSI-Flash blockiert (klassischer Fallstrick). Bei einer reinen 9211-8i oder IBM M1015 reicht meist „“ für ein vollständiges Erase. Dann die neue Firmware aufspielen: „“ lädt die IT-Mode-Firmware plus passendes BIOS. Anschließend „“ mit deiner notierten SAS-Adresse setzen. Rechner aus, Karte einmal raus und wieder rein, neu booten – jetzt sollte die Karte sich als „“ mit IT-Firmware melden.
Häufige Fallstricke
Die drei Klassiker: Erstens vergessenes Erase bei einer Dell H310 – Flash schlägt fehl, Karte ist erstmal stumm, hilft nur der oben genannte megarec-Schritt. Zweitens verlorene SAS-Adresse – die Karte funktioniert, hat aber keine eindeutige ID, das macht ZFS-Pools zickig; immer wieder setzen mit „“. Drittens versuchter DOS-Flash auf einem reinen UEFI-Board – das geht oft schlicht nicht, dann braucht es ein älteres Board zum Flashen oder den UEFI-Weg mit sas2flsh.efi. Wenn nichts mehr geht: ein zweiter Flash-Versuch in einem alten Desktop mit BIOS-Kompatibilitätsmodus rettet meist alles. Komplett gebrickte Karten lassen sich auch via SPI-Programmer wiederbeleben, das ist aber Bastler-Territorium.









